Verhüttungsversuche

Im Frühjahr 2000 wurde auf Anregung des Arbeitskreises Historischer Hauberg Fellinghausen in unmittelbarer Nähe des Meilerplatzes eine Rekonstruktion eines latènezeitlichen Verhüttungsofens errichtet. Als Grundlage der Rekonstruktion dienten Ergebnisse von Ausgrabungen solcher Öfen im Siegerland sowie neuere Erkenntnisse und Theorien über die Benutzung und Bedeutung dieser Öfen.

Verhüttungsversuch 2014

Im September 2014 fand ein erneuter Verhüttungsversuch im neu aufgebauten Latène-Ofen statt. Einen Vortrag über diesen Versuch können Sie hier in einer druckoptimierten großen und einer kleineren Version mit nicht ganz so guten Bildern herunterladen.

Zur Geschichte der latènezeitlichen Eisenverhüttung

In der Latène-Zeit (ca. 500 v. Chr.) haben keltische Eisenhüttenleute das Siegerland von Süden her besiedelt, offenbar, weil sie Kenntnis von den hiesigen Eisenerz-Vorkommen erhalten hatten. Außerdem müssen sie Kenntnisse über den notwendigen Verhüttungsvorgang gehabt haben, der das Eisenerz zu verwertbarem Eisen werden läßt. Die Kelten fanden seinerzeit ausreichende Mengen verhüttbarer Eisenerze (u.a. Brauneisenstein) an oder dicht unter der Erdoberfläche und sie fanden einen Buchenwald vor, der reichlich Holz zur Herstellung der Holzkohle liefern konnte, welche man zur Verhüttung des Eisens benötigte.

Rekonstruktion des Ofens

Die Nachbildung des Latène-Ofens ist in rund zweimonatiger Bauzeit an einem sanft geneigten Ost-Oberhang westlich des oberen Fellenbachtales, ca. 70 m südlich des Meilerplatzes im Historischen Hauberg Fellinghausen errichtet worden.
Die bislang gültige Annahme, daß die Latèneöfen als Windöfen auf den tagsüber wehenden Hangaufwind angewiesen gewesen seien und deshalb bevorzugt am oberen Ende von kleinen Tälchen (Siefen) angelegt wurden, scheint nicht länger haltbar. Tatsächlich entwickeln die Öfen eine derartige Kaminwirkung, daß zusätzlicher Hangaufwind entbehrlich scheint. Die Siefenstandorte sind stattdessen wahrscheinlich deswegen ausgewählt worden, weil sie erstens gute Möglichkeiten zum Einbau des rückwärtigen Ofenteils in die Talschultern boten und, weil an den Siefenenden häufig dicke Lehmschichten als Baumaterial für die Windöfen anstehen.

1. Versuch

Ab dem 30.Juni bis zum 2.Juli 2000 fand in dieser Rekonstruktion ein Verhüttungsversuch statt. Dabei sollte versucht werden, mit den Mitteln, die den latènezeitlichen Kelten zur Verfügung standen, aus Eisenerz Roheisen in Form einer Luppe (d.h. eines schmiedbaren Eisen-Schlacke-Schwammes) zu gewinnen. Als Erz dienten Brauneisen-Molterstücke aus einem Pingenzug (Serie flacher Tagebaue) bei Mudersbach in Rheinland-Pfalz. Zur Feuerung und Reduktion des Eisens diente Holzkohle aus dem Meiler, welcher in der Zeit vom 14.-24.06.2000 mit Haubergsholz betrieben worden war.

2. Versuch

Inhalt

  1. Vorbemerkung
  2. Verwendetes Erz
  3. Rösten
  4. Vorheizen des Ofens
  5. Sondenöffnungen
  6. Beschickung des Ofens
  7. Temperaturmessungen
  8. Gasanalysen
  9. Verschluss des Ofens
  10. Öffnen des Ofens
  11. Untersuchungen
  12. Beurteilung
  13. Planung

1. Vorbemerkung

Wegen der wenig befriedigenden Ergebnisse des ersten Verhüttungsversuches im Sommer 2000 wurde im Sommer 2001 ein erneuter Versuch unter geänderten Bedingungen (verkleinerter Ofen-Innenraum, Drosselung der Sauerstoff-Zufuhr, Zugabe von SiO2, reichhaltigeres Eisenerz) durchgeführt.
Der Versuch wurde wissenschaftlich begleitet von den Dipl.-Ingenieuren Trautes, Dr. Wagener und Dr. Boehmer. Herr Götz aus Ferndorf nahm Gasanalysen und Temperaturmessungen vor.
Herr Prof. Lutz von der Uni Siegen erstellte röntgenografische Analysen.

Außerdem waren beteiligt: Kurt Becker, Arnold Schneider und Alfred Becker von der Waldgenossenschaft Fellinghausen.

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